Berufsunfähigkeitsversicherung (BU)

Was kann passieren?

  • Ein Gastwirt ohne weitere Mitarbeiter kann aufgrund starker Kniebeschwerden die vollen Bierfässer nicht mehr aus dem Keller holen und die normalen Tätigkeiten an der Theke oder im Gastraum ausüben.
  • Ein kaufmännischer Angestellter im Verkauf mit direktem Kundenkontakt wird aufgrund eines traumatischen Unfallerlebnisses psychisch so labil, dass er längere komplizierte Verkaufsgespräche nicht mehr durchhält.
  • Eine Beamtin muss sich wegen einer Krebserkrankung einer mehrjährigen Krankenbehandlung mit Operation, Strahlentherapie und mehreren Reha-Maßnahmen unterziehen. Sie ist im normalen Unterrichtsbetrieb ihrer Schule nicht mehr einsetzbar.
  • Der freie Handelsvertreter erleidet von Zeit zu Zeit epileptische Anfälle. Er kann aufgrund dessen nicht mehr Autofahren und damit seine Kunden nicht mehr persönlich erreichen.

Alle erhalten ab einer Einschränkung von 50% ihrer Berufsfähigkeit die volle versicherte BU-Rente bis zum versicherten Endalter – z.B. maximal bis zum 67. Lebensjahr.

 

Wer benötigt diese Versicherung?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist in jedem Fall für alle berufstätigen Menschen ein Muss im Rahmen der Absicherung ihrer Existenz. Das gilt insbesondere für Berufsanfänger und Selbständige, da diese in der Regel keine oder sehr niedrige Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung haben. Aber auch abhängig Beschäftigte, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, sind gut beraten, die vorhandenen großen Versorgungslücken zu ermitteln und durch eine private Berufsunfähigkeitsversicherung zu schließen.

Dabei ist darauf zu achten, dass die gesetzliche Rentenversicherung "nur" eine Erwerbsminderungsrente – keine Berufsunfähigkeitsrente - bietet. Dies bedeutet im Kern, dass nicht der individuell ausgeübte Beruf eines Versicherten als Grundlage für die Prüfung dient, sondern das jeder auf jede Tätigkeit des allgemeinen Arbeitsmarktes verwiesen werden kann. Jede Verweisung ist möglich, ein sozialer Abstieg ist irrelevant. Kann z. B. ein leitender Angestellter noch als einfacher Lagerarbeiter für mindestens sechs Stunden täglich arbeiten wäre er in keiner Weise erwerbsgemindert. Im Normalfall muss vom Rentenversicherungsträger keine konkrete Verweisungstätigkeit benannt werden, es reicht aus wenn dargestellt wird unter welchen Voraussetzungen eine Beschäftigung möglich wäre (z. B. leichte Arbeit, im Sitzen, ohne Lärm). Eine konkrete Verweisungstätigkeit muss nur benannt werden, wenn außergewöhnliche Einschränkungen vorliegen.

Darüber hinaus ist eine private Berufsunfähigkeitsversicherung auch für Schüler und Studenten empfehlenswert, da diese über keine Ansprüche auf die staatliche Erwerbsminderungsrente verfügen. Eine ganz wichtige Rolle spielen hier Optionen, die den Versicherungsschutz später ohne erneute Gesundheitsprüfung anpassen bzw. erhöhen können. Im Grundsatz gilt: Je früher jemand Berufsunfähigkeitsversicherungsschutz beantragt, desto günstiger stellt sich die Beitragsbelastung aufgrund des geringeren Eintrittsalters dar.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist auch für Hausfrauen und Hausmänner empfehlenswert. Denn gerade diese Tätigkeiten würden – wenn man sie fremd vergeben müsste – die meisten Haushaltskassen sprengen. Hausfrauen und Hausmänner sollten sich daher ebenfalls für den Fall der Berufsunfähigkeit absichern.

In der Regel benötigt jeder diese Versicherung, der nicht von seinem bereits erworbenen Vermögen bis zu seinem Tode leben kann und noch arbeiten muss.

 

Was ist versichert?

Versichert ist immer der zum Schadeneintritt ausgeübte Beruf. "Der Beruf" wird von Gerichten weiter erläutert, indem der Beruf "in seiner individuellen Ausprägung" gemeint ist, also so wie der Versicherte ihn "in gesunden Tagen" ausgeübt hat. "Der Beruf" ist also nicht irgendein allgemeiner Begriff wie z.B. kaufmännischer Angestellter oder Metzger, sondern erstmal immer der individuelle Beruf des Versicherten.

Dieser Beruf ist versichert gegen den Ausfall oder die starke Minderung der Leistungsfähigkeit des Einzelen im Fall einer Krankheit, eines Verschleißes, eines Unfalls oder auch irgeneiner anderen Ursache. Die Ursachen müssen die Leistungsfähigkeit eine längere Zeit (mindestens 6 Monate) beeinträchtigen.

Da immer der "ausgeübte" Beruf versichert ist, muss ein Berufswechsel während der Vertragslaufzeit nicht mitgeteilt werden. Unsere Frage nach "dem ausgeübten Beruf" bei Vertragsbeginn, dient immer nur der Festsetzung eines Beitrages.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung leistet bei bedingungsgemäß vorliegender Berufsunfähigkeit eine monatliche Rentenzahlung an den Versicherten, deren Höhe individuell vertraglich vereinbart ist. Dies bedeutet, dass vor Abschluss eines solchen Vertrags eine genaue Ermittlung der sog. Versorgungslücke stattfinden muss. Denn nur so ist gewährleistet, dass der Lebensstandard auch bei Eintritt einer Berufsunfähigkeit gehalten werden kann.

Dabei definieren die deutschen Versicherer den Begriff der Berufsunfähigkeit in ihren Bedingungswerken zumeist wie folgt:

„Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls, die ärztlich nachzuweisen sind, voraussichtlich sechs Monate ununterbrochen außer Stande ist, ihren Beruf oder eine andere Tätigkeit auszuüben, die aufgrund ihrer Ausbildung und Erfahrung ausgeübt werden kann und ihrer bisherigen Lebensstellung entspricht.“

Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt in der Regel dann eine Rente aus, wenn der Versicherte wegen einer Krankheit oder eines Unfalls zu mindestens 50 Prozent berufsunfähig ist. Wer pflegebedürftig ist und mindestens unter die Pflegestufe eins fällt, gilt je nach vertraglicher Vereinbarung größtenteils ebenfalls als berufsunfähig.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sichert eine Rente ab, die maximal bis zum 67. Lebensjahr gezahlt wird (danach gilt man als nicht mehr arbeitsfähig, da man Altersrentner ist). Die BU ist eine wichtige und inhaltlich hervorragende „Katastrophenversicherung“, die nicht bei jeder Kleinigkeiten zahlt, aber gerade für alle, die von ihrer "Hände- und Kopfarbeit" leben, empfehlenswert ist.

Versichert ist immer der individuelle, vor dem Schadeneintritt ausgeübte Beruf, so wie er vom Kunden vor dem Schadeneintritt ausgeübt wurde (also nicht irgendein „Friseur“, sondern der Friseur, der beispielsweise Frau Merkel frisiert. Dabei werden kleine Firmen oder Selbständige werden anders gesehen, als beispielsweise der Chef einer Friseurkette).

Freiwillig darf man weiterarbeiten oder eine neuen Beruf erlernen und bekommt trotzdem eine BU-Rente, solange der „Schaden“ (Krankheit, Behinderung, Gebrechen usw.) Folgen für das Einkommen hat.

Wichtig:

Der angegebene Beruf sollte immer korrekt dargestellt werden, da ansonsten die Gesellschaft bei Schadeneintritt die Leistungen verweigern könnte.

 

Was ist nicht versichert?

Überraschender Weise gibt es in der Berufsunfähigkeitsversicherung nur wenige Gründe, die eine Versicherungsgesellschaft berechtigen keine Leistungen zu erbringen. Dazu gehören bei sehr guten Versicherungsbedingungen z.B. Ursache für eine Berufsunfähigkeit, die ausgelöst wurden durch

 

  • Krieg und innere Unruhen, wenn die Versicherten sich aktiv beteiligt haben
  • strafbare Handlungen und Verbrechen - Ausnahme: im Straßenverkehr doch versichert
  • absichtliche Herbeiführung der eigenen Berufsunfähigkeit - Ausnahme: durch krankhafte Geistestätigkeit verursacht
  • absichtliche widerrechtliche Herbeiführung einer Berufsunfähigkeit bei Andere, verbunden mit dem Anspruch auf dessen BU-Rente

Diese Einschränkungen gelten aber nur bei sehr guten Versicherungsbedingungen. Andere Anbieter machen weitere Einschränkungen z.B. Kernenergieausschlüsse) oder formulieren die Einschränkungen für die Kunden restrektiver.

 

Was kostet diese Versicherung?

Die Höhe der Beiträge richtet sich grundsätzlich nach Eintrittsalter, Geschlecht, Beruf, Laufzeit und vor allem nach der Höhe der Rente welche man absichern möchte. Je nach gesundheitlicher Vorgeschichte können noch Risikozuschläge vom Versicherer erhoben werden.

 

Wie komme ich zu einem Angebot?

Da die Thematik zu dieser Absicherung komplex und schwierig ist, gleichzeitig aber gravierende Folgen mit existenziellen Auswirkungen bei einem fehlerhaften Abschluss mit sich bringt, empfehlen wir Ihnen hier immer ein ausführliches persönliches Beratungsgespräch in unserem Büro.

Vor diesem Termin möchten wir gern kurz mit Ihnen telefonieren und dabei klären, ob Sie grundsätzlich aufgrund Ihres Alters, Berufes und möglicher Vorerkrankungen versicherbar sind. Für uns ist dabei hilfreich, wenn Sie uns sagen können, wegen welcher Erkrankungen Sie in den letzten 5 bis 10 Jahren ärztlich beraten, behandelt oder untersucht worden sind. Dabei interessieren wir uns für den Zeitpunkt der Behandlung, die Diagnose Ihres Arztes, die durchgeführte Therapie und die Prognose des Arztes sofern die Behandlung abgeschlossen wurde.

Am besten rufen Sie uns einfach an und wir klären alles weitere direkt und persönlich.

 

Katharina Cichon

 

Ihr Ansprechpartner

Katharina Cichon
Telefon: (0511) 336 82 - 14
Telefax: (0511) 336 82 - 44
E-Mail: Katharina.Cichon@12fair.de

 

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